Politische und religiöse Stifterbilder des Berliner Patriziats - PMKB - Patrizier Marienkirche Berlin -> Politische und religiöse Stifterbilder des Berliner Patriziats - Die Frauenseite

Die Frauenseite

StiftebildWenn man sich jetzt der Frauenseite zuwendet, sieht man hinter (N.) Stroband eine verheiratete Frau, vermutlich eine Lantzsberg. Ein Sohn von ihr wird urkundlich bereits 1448/9 als Sohn der Schwester des Wilcke Blankenfelde genannt (19). Seine Nennung in dieser Form zeigt an, dass sein Vater bereits verstorben war. Die Kleidung der Frau bestätigt diese urkundliche Notiz. Diese Blankenfelde war aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Peter Lantzberg (20) verheiratet. Über die Lantzberg sind die Blankenfeldes in umfänglicheren Besitz von Weißensee gelangt, der 1375 noch im Eigentum von Claus Lantzberg war (21). Hinter ihr sehen wir eine Tochter, die mit Hans Glinick verheiratet war. Dies ist 1466 urkundlich belegt. Hans und Matthäus Glinick überlassen „unsem lieven swager Wilke Blankenvelden, Katharinam siener eliken husfruwen unde orer twier erven“ Renten (Hebungen) in Rosenthal (22). Eine weitere Tochter scheint mit einem Tewes Glinick (Matthäus Glinicke) verheiratet gewesen zu sein. Da nur zwei Töchter als verheiratete Frauen gemalt wurden, könnte eine der unverheirateten Töchter diesen Glinick erst nach 1440, der Entstehungszeit des Bildes, geheiratet haben. Die Ehe muss vor 1466 geschlossen worden sein. Weil 1480 noch ein Thewes Glinick, Inhaber des Schulzenamtes in Hohenschönhausen (Norden Berlins), in einem Rechtsstreit mit Röbel genannt wird, könnte es die Frau des Matthäus Glinick gewesen sein. Alle Töchter heirateten Besitzer im Norden Berlins auf dem Barnim, der von den Blankenfeldes nicht unwesentlich beeinflusst wurde.

 

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